
Was wir tun und wie
Drei Aufgaben, ein Prinzip: Hilfe, die bleibt, wenn wir wieder abreisen.
5 Mrd.
Menschen, rund zwei Drittel der Weltbevölkerung, haben keinen Zugang zu sicherer und bezahlbarer Chirurgie und Narkose, wenn sie sie brauchen. So können selbst Erkrankungen, die anfangs harmlos sind, lebensbedrohlich werden.
Quelle: Lancet Commission on Global Surgery, „Global Surgery 2030“, 2015
Drei Säulen

Chirurgie
Geplante Eingriffe, häufig an der Schilddrüse, dazu kleinere Operationen und die Bereitschaft für akute Notfälle, an fünf Tagen pro Woche. Material und Instrumente sind mit Spenden finanziert und reisen per Container voraus.

Anästhesie
Keine Operation ohne sichere Narkose. Unsere Anästhesist:innen und Fachpflegekräfte übernehmen Narkose und Überwachung bei jedem Eingriff und schulen die Kolleg:innen vor Ort.

Ausbildung
Wir operieren nicht an den Teams vor Ort vorbei, sondern mit ihnen. Pflegekräfte, Anästhesie- und OP-Personal arbeiten in jedem Einsatz mit und übernehmen danach.
Sofort helfen. Langfristig wirken.
Ein Einsatz dauert vier Wochen. Seine Wirkung soll bleiben.
Bevor das Team landet, ist das Material schon unterwegs: Instrumente, Medikamente und Verbrauchsmaterial reisen per Container voraus. Aus einem oft ungenutzten Operationssaal wird in wenigen Tagen ein funktionierender Ort für Versorgung.
Die letzte Woche gehört der Nachsorge und der Übergabe an die Teams vor Ort. Abläufe, Wissen und Material bleiben da, wo sie gebraucht werden.
Was ein OP vor Ort braucht
Damit Operationen und Narkosen sicher sind, muss vor Ort vorhanden sein oder mitgebracht werden:
Strom und Wasser
Verlässlicher Strom und fließendes Wasser. Ohne beides kein OP-Betrieb.
Instrumente und Ausstattung
Für Operationen, für Vollnarkose und örtliche Betäubung, dazu steriles Verbrauchsmaterial.
Sterilisation
Aufbereitung und Sterilisation der Instrumente zwischen den Eingriffen.
Labor und Diagnostik
Grundlegende Laborwerte, Röntgen und Ultraschall, und Menschen, die sie auswerten können.
Medikamente
Schmerz- und Narkosemittel, Antibiotika, ausgerichtet an der WHO-Liste unentbehrlicher Arzneimittel.
Pflege rund um die Uhr
Betreuung vor und nach der Operation, Tag und Nacht, und eine saubere Dokumentation.
Hilfe wirkt weiter, wenn Wissen und Abläufe bleiben.
So läuft ein Einsatz →Was eine Operation auslöst
Ein unbehandelter Leistenbruch kann bedeuten, nicht mehr schwer arbeiten zu können. Eine Operation kann bedeuten, die eigene Familie wieder zu versorgen.
Viele unserer Patient:innen könnten sich Untersuchung und Eingriff nie leisten. Die Preistafel einer Klinik auf den Philippinen zeigt, warum: Schon eine Ultraschalluntersuchung kostet dort einen erheblichen Teil eines Monatslohns.

Wenn es schnell gehen muss
Neben den geplanten Einsätzen helfen wir, wenn Katastrophen keine Planung zulassen.
Taifun Haiyan, Tanauan
Nothilfe für die Opfer eines der stärksten Taifune, die je auf Land trafen.
Geflüchtete in Lebach
Medizinische Versorgung in der Landesaufnahmestelle des Saarlandes.
Ukraine
Medizinische Nothilfe im Saarland, an der Grenze und direkt vor Ort.
Erdbeben auf Mindanao
2.500 Euro Soforthilfe für medizinisches Material und Lebensmittel, schnell überwiesen an Ansprechpersonen, mit denen wir seit Jahren zusammenarbeiten.

Was bleibt
Wir kehren an dieselben Orte zurück: zweimal nach Siquijor, mehrfach nach Mindoro. Im Distriktkrankenhaus von Roxas auf Mindoro haben wir einen OP-Betrieb aufgebaut, der über mehrere Einsätze hinweg genutzt wurde. 155 Patient:innen in 12 Operationstagen sind eine Zahl. Dass die Teams vor Ort weitermachen, ist das Ziel.


